2005

Haben wir den Energieumsatz im Krafttraining mittels Spirometrie analysiert und gelernt, dass er deutlich geringer ist als angenommen. Weirauch et. Al 2005; Eder et. Al. 2005. Heute wissen wir, dass der EU im Ausdauertraining um bis zu 200% höher ist und zudem noch effizient, da der Fettstoffwchsel stärker involviert ist.

ENERGIEBILANZ IM KRAFTTRAINING

Analyse vom Zusammenhang krafttrainingsspezifischer, methodischer Komponenten wie der Arbeitslast & Übungsform mit der physiologischen Größe Energieumsatz, anhand einer Einzelfallstudie; Heiko Weirauch; Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Sportwissenschaft
Einleitung: Krafttraining und dessen physiologischer Einfluss ist noch nicht so umfangreich untersucht worden wie beispielsweise das Ausdauertraining.
Krafttraining wird im Freizeitsport oft als wichtiger Faktor im Zusammenhang mit der Problematik des Gewichtmanagements dargestellt. Dem intensiven Krafttraining wird bei der Zielstellung Körperfettabbau teilweise mehr Potential zugesprochen als einem gezielten Ausdauertraining. Dies resultiert vor allem aus der These, dass mit der hohen muskulären Beanspruchung ein stark erhöhter Energieumsatz einhergeht.
Energieumsätze resultieren aus energetischen Stoffwechseltätigkeiten und stellen somit einen Indikator für die physiologische Leistung dar. Die Intensität und der Umfang der verrichteten Arbeit eines Organismus haben Einfluss auf seine Stoffwechselvorgänge, welche in ihren unterschiedlichen Ausprägungsformen in unterschiedlichen Energieumsätzen resultieren.
In dieser Arbeit geht es um die Erforschung von Zusammenhängen krafttrainingsspezifischer Aspekte und dem Energieumsatz.
Fragestellung: Die primären Fragen dieser Untersuchung lauten: Welchen Einfluss hat das Krafttraining auf die Physiologie im Allgemeinen und welchen Einfluss haben Arbeitslast, Übungsform Im Speziellen? Dabei wird davon ausgegangen, dass der Energieumsatz in Abhängigkeit zur Arbeitslast steht, aber absolut geringer ist als bisher angenommen.
Daraus wurde folgende These abgeleitet: Der Energieumsatz steht in Abhängigkeit von Arbeitslast bedingt durch muskuläre Ermüdung.
Methodologie: Die Untersuchung ist eine Einzelfallstudie, bei der ein gut trainierter Proband über mehrere Trainingseinheiten im Feldversuch untersucht wurde. Dabei wurde während aller Trainingseinheiten über 60-90min jeweils eine komplette Atemgasanalyse mittels eines mobilen Spirometers durchgeführt. Zudem wurden während der Trainingseinheiten Herzfrequenzdaten und Laktatkonzentration erfasst.
Ergebnisse: Die in der Arbeit untersuchte krafttrainingsspezifische, methodische Komponente Arbeitslast stellte sich als eine Einflussgröße auf den Energieumsatz im Krafttraining heraus. Bei definierten Belastungsumfängen und -intensitäten zeigt sich eine Abhängigkeit des Energieumsatzes von der Arbeitslast. und von der Übungsform. Dabei scheint die Komplexität der Übungsform den primären Faktor darzustellen. Beispielsweise wurden bei der Übung „Frontkniebeugen tief“ deutlich höhere Energieumsatzwerte bei deutlich niedrigerer Arbeitslast als bei Übungen mit vergleichbaren Energieumsatzwerten wie Kreuzheben und Kniebeugen tief gemessen.
Verantwortlich dafür scheint das hohe Maß an aktiver Muskelmasse in Verbindung mit hohen Anforderungen im Bereich der intermuskulären Koordination.
Es besteht kein linearer Zusammenhang zwischen Arbeitslasthöhe und Höhe des Energieumsatzes. Unterschiede in den Belastungsintensitäten bei gleichem Belastungsumfang erzielen nicht die gleiche muskuläre Beanspruchung, was sich im Energieumsatz wiederspiegelt.
Schlussfolgerung: Die Betrachtung der Arbeitslast als isolierte Einflussgröße auf den Energieumsatz innerhalb von Untersuchungen erfordert genau definierte Parameter. Im Allgemeinen sollten vergleichende Untersuchungen mit unterschiedlichen Belastungsintensitäten und -umfängen angestellt werden, um Zusammenhänge zwischen Arbeitslast und Energieumsatz weiter zu spezifizieren.
Für den Bereich Leistungssport ergeben sich neue Betrachtungsweisen im Hinblick auf die Konzeption von Krafttrainingsprogrammen. Diese Untersuchung zeigt, dass Übungen wie Frontkniebeugen mit relativ niedriger Arbeitslast bei gleicher Belastungsintensität in einen höheren Energieumsatz resultieren wie Übungen mit einer bedeutend höheren Arbeitslast als Kreuzheben. Die Gleichsetzung oder Verbindung von einem höheren Energieumsatz mit einer größeren körperlichen Beanspruchung hätte eine Überdenkung der Konzeption klassischer Gewichtheberprogramme auch im Hinblick auf die Regeneration zur Folge.
Im Freizeitbereich beinhalten Trainingsprogramme oft die Zielstellung der Gewichtsreduktion im Sinne einer Veränderung der Körperzusammensetzung. In weiteren Praxisstudien zeigte sich, dass Krafttrainingseinheiten, was den direkten Energieverbrauch während der Belastungszeit betrifft, Ausdauertrainingsformen unterlegen sind. Diese Untersuchung macht deutlich, dass sich mit der richtigen Übungsauswahl und den optimal definierten Belastungsgrößen der Energieumsatz innerhalb einer Krafttrainingseinheit theoretisch um bis zu 50% steigern lässt. Dem entsprechend scheinen Fitnessprogramme für Freizeitsportler und insbesondere für Frauen, die für das Gewichtsmanagement konzipiert worden sind und auf geführte Maschinenübungen für die isolierte Beanspruchung verschiedener Muskelgruppen aufbauen, unproduktiv auf Grund des geringen Energieumsatzes zu sein.